Heute ein Rezept, wenn es mal richtig schnell gehen soll. Für das Hackporree muss man zwar zu Beginn noch den Porree klein schneiden, aber dann kocht es sich fast von selbst!

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Zutaten:
1 Stange Porree oder Lauch
250 Gramm Spiralnudeln (idealerweise Shipli-Nudeln von Birkel)
Brühepulver
400 Gramm gemischtes Hack
Pflanzenöl

Als allererstes muss man den Porree gründlich reinigen. Dazu entfernt man zuerst den Strunk und, wenn erforderlich, die unansehnlichen dunkelgrünen Enden. Dann zerteilt man die Porreestange der Länge nach mit einem großen Messer. Die äußerste Schicht ist immer ein wenig gummiartig. Die entferne ich ebenfalls.

Dann muss man die beiden Hälften gründlich (!!!) unter fließendem Wasser reinigen. Man glaubt gar nicht wieviel Sand sich zwischen den Schichten verstecken kann. Besonders im dunkelgrünen Bereich sehr sorgfältig spülen, sonst knirscht es beim Essen zwischen den Zähnen.

Jetzt kann man die beiden Porreehälften mit dem Messer in ca. einen Zentimeter dicke Stücke schneiden, muss aber nicht sooo genau sein. Das wars dann auch schon mit der Schnibbelarbeit.

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Ein bis zwei Esslöffel Pflanzenöl in einem Topf erhitzen und das Hackfleisch anbraten. Dann die ungekochten Nudeln und den kleingeschnittenen Porree dazu.

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Ein bis zwei Teelöffeln Brühepulver dazugeben und alles gründlich mit dem Kochlöffel vermengen. Mit ca. 750 ml Wasser aufgiessen, einmal aufkochen und dann 15 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Wenn die Nudeln gar sind, ist das Hackporree fertig.

Jetzt nur noch mit Salz abschmecken und dann kann man auch schon essen. Auf dem Teller noch nach Geschmack mit frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer würzen. Das war doch mal schnell oder?!?

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Viel Spaß beim nachkochen!

Thema der Woche:

Letzte Woche heute Abend

OK, das ist jetzt ziemlich locker aus dem Englischen übersetzt. Eigentlich heißt es: Last Week Tonight und es handelt sich dabei eine Late-Night-Show des amerikanischen Fernsehsenders HBO. Last Week Tonight ist eine satirische Nachrichtensendung, in der immer wieder aktuelle Ereignisse auf sehr humorvolle Art und Weise auseinander genommen werden.

Wunderbarerweise hat die Sendung einen eigenen Youtube-Channel. Ich selbst habe schon einmal ein Video von dort verlinkt, in dem eine witzige Kampagne vorgestellt wurde, die Touristen daran hindern soll in die Antarktis zu reisen.

Was die Show meiner Meinung nach so besonders macht ist die Moderation. Hingebungsvoll moderiert wird das ganze von John Oliver. Einem britischen Schauspieler und Journalisten, der u.a. auch in der Fernsehserie Community als abgedrehter britischer Professor zu sehen war.

Ihr könnt Euch natürlich selber durch den Youtube-Channel wühlen. Aber als Appetitanreger habe ich mal ein paar nette Beiträge ausgesucht. Sorry, only in english!

Als erstes nochmal die Antarctica-Anti-Tourist-Campaign:

Die Zeitumstellung gibt es auch in den USA und heißt dort „Daylight saving“. Kann man was draus machen. Bitte sehr:

John Oliver versucht den Amerikanern den Eurovision Songcontest zu erklären und verbindet das ganze gekonnt mit der Ukraine-Krise:

Die Reform des Gesundheitswesen in den USA, kurz ObamaCare genannt, hat im Bundesstaat Oregon eher so mittelgut funktioniert. Das Elend, und was die Last Week Tonight Show daraus gemacht hat, kann man sich hier ansehen:

Und zu guter letzt noch ein etwas längeres Video aus dem Jahr 2014, in dem John Oliver pünktlich zur WM in Brasilien das Prinzip FIFA auseinander nimmt:

Und sonst so?

Einen hab ich noch, einen hab ich noch: Als Russland im vergangenen Jahr Kontakt zu einem Satelliten voller Geckos (kein Witz!) verlor, startete John Oliver die Aktion #GoGetThoseGeckos:

Leider haben die Geckos es nicht geschafft. Schade!

Uns sonst so?
Muss ja!

Thema der Woche ist:

Lästiges Frühlingserwachen!

Ich bin Diplom-Meteorologe. Das ist erstmal nicht weiter schlimm, hat aber u.a. zur Folge, dass ich bei Wetterberichten immer etwas genauer hinschaue/höre. Auch wenn das über die Jahre nachgelassen hat, stoße ich trotzdem regelmäßig auf Dinge die mich aber mal so richtig aufregen.

Aktuelles Beispiel ist jetzt gerade der nahende Frühling. Die World Meteorologocial Organization (WMO) hat irgendwann festgelegt, zu welchen Tagen die einzelnen Jahreszeiten anfangen bzw. enden. Der meteorologische Frühlingsanfang ist nun laut Definition der 1. März geworden. So weit so gut. Kein geistig halbwegs gesunder Mensch erwartet deshalb jetzt, dass pünktlich zum Frühlingsanfang Schnee und Nachtfröste verschwinden, und das es sofort wärmer wird.

Leider haben wir da die Rechnung ohne unsere geliebten Massenmedien gemacht. In Funk und Fernsehen wird pünktlich zum Frühlingsanfang regelmäßig rumgenölt, dass das Wetter so gar nicht frühlingshaft ist, obwohl doch schon seit einigen Tagen Frühling sein „muss“. Und wenn das Wetter einfach nicht mitspielen will, versuchen die Damen und Herren in Glotze und Radio eben den Frühling herbeizuquengeln. Dieses Jahr halten sie sich Gott sei Dank (noch?) einigermaßen zurück. Aber man muss sich nur an das Frühjahr 2013 erinnern. Der Winter war besonders hartnäckig und lang, und hat bis weit in den März hinein für kalte Füße gesorgt. Das hatte dann leider zur Folge, dass einige Radiomoderatoren gefühlte 90 Prozent ihrer Moderationen damit gefüllt haben, übers Wetter und den ausbleibenden Frühling zu jammern. Und das hatte dann leider auch zur Folge, dass ich zum ersten (und einzigen) mal in meinem Leben mein Autoradio angeschrien habe!

Deshalb jetzt mein Appell an alle Moderatoren da draußen: Der Frühlingsanfang ist nun mal der 1. März geworden, weil man sich auf irgendein Datum festlegen musste! Es hätte auch der 2. oder 3. März werden können… ist es aber nicht. Dieses Datum ist kein Garant dafür, dass es sofort wärmer wird. Spart euch also bitte euer Gejammer übers Wetter und schont meine Nerven. Wann der Frühling kommt, bestimt immer noch Mutter Natur und nicht die WMO. Und das ist auch gut so. Und schaut mal: Sogar die FIFA musste nun einsehen, dass Mutter Natur den längeren (und heisseren) Atem hat, und hat daher die vom Wüstenstaat Quatar ausgerichtete WM 2022 in die Wintermonate verlegt. Ich freu mich jetzt schon auf die WM-Wetterberichte im Jahr 2022. Na wenn das nix ist.

Und sonst so?

Um wieder etwas runter zu kommen, schaue ich mir jetzt noch schnell diese Zeitrafferaufnahmen einer Superzelle an:

So, jetzt gehts mir besser 🙂

Und sonst so?
Muss Ja!

Thema der Woche ist diesmal (der Artikel entstand ungefähr zur Mittagszeit):

Fressen und Saufen

Ernährungstrends gibt es derzeit wie Sand am Meer: Vegan, Antivegan, FDH, Schlank im Schlaf, Low Carb, Salzarme Kost und wie sie alle heißen. Eine ist mir aber ganz besonders aufgefallen. Nicht nur, weil in den Buchhandlungen in den letzten Jahren verstärkt Bücher zu diesem Thema aufgebahrt wurden, sondern auch der etwas andere Ansatz: Es geht um die sogenannte Paleo-Ernährung.

Eins vorweg: Ich bin kein Freund von irgendwelchen Ernährungstrends. Ich verlasse mich da lieber auf meinen ureigenen Geschmackssinn.

Die Paleo-Ernährung oder auch Paleo-Diät oder auch Steinzeit-Ernährung beruht auf dem Prinzip, dass nur Nahrung zu sich genommen werden darf, von der angenommen wird, dass es sie schon in der Steinzeit gegeben hat! Alle industriell verarbeiteten Lebensmittel scheiden somit aus. Das betrifft nicht nur Milch und Milchprodukte, sondern auch Alkohol, Getreideprodukte (Brot), Fertiggerichte und was weiß ich noch.

Meine Meinung dazu: Selbst wenn dieses Ernährungsprinzip vielleicht funktionieren könnte (warum auch nicht), werde ich mich trotzdem niemals auf diese Art und Weise ernähren. Die Menschheit hat es gelernt über viele Jahrtausende Lebensmittel zu „verarbeiten“, und dabei sind so viele schöne Dinge herausgekommen wie Joghurt, Brot oder Schokolade, auf die ich nicht wirklich verzichten möchte (und auch nicht verzichten werde).

Also vergessen wir das ganz schnell mal wieder.

**** UPDATE: 01.03.2015, 15:30 Uhr ****

OK, ich hab mir das mit dem Paleo nochmal gründlich durch den Kopf gehen lassen. Könnte man ja mal versuchen. Aber wo krieg ich jetzt am Sonntag Nachmittag noch schnell ein Mammut her???

**** UPDATE: Ende ****

Und sonst so?

Ich muss zugeben dass ich das erste mal, als ich das Wort „Wasservergiftung“ gehört hab, sehr herzlich (und sehr ahnungslos) gelacht habe. Aber es gibt sie wirklich. Es gibt tatsächlich die Möglichkeit sich durch übermäßigen Wasserkonsum, verbunden mit gleichzeitigem Salzverlust (z.B. durch Schwitzen), zu vergiften! Es gibt auch tatsächlich Menschen, die an Trinkwettbewerben teilgenommen haben, und dabei durch eine Wasservergiftung bzw. Hyperhydration, ums Leben gekommen sind.

Sehr gut erklärt wird das Thema in dem folgenden Video durch den Lebensmittelchemiker Udo Pollmer:

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Milliarden Menschen auf der Welt trinken jeden Tag Wasser. Oft auch in größeren Mengen, und es geht diesen Menschen dabei sehr gut. Gefährlich wird das ganze nur, wenn der Salzhaushalt im Körper durcheinander kommt und der Körper das Wasser im Körper an so ungünstigen Stellen wie Gehirn oder Lunge ansammelt.

Auch hier bin ich der Meinung, dass man (wenn man nicht gerade krank ist) einfach auf seinen Körper hören sollte. Also essen was einem schmeckt, und trinken wenn man durstig ist.

Und sonst so?
Muss ja!

Kartoffelsuppe ist eines der Gerichte die ich immer wieder essen könnte… wenn sie gut gemacht ist. Das Rezept ist bewusst sehr einfach gehalten, aber wie immer kommt es auch hier aufs Detail an!

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Zutaten für 4 Personen:

1 Kilo mehligkochende (!!!) Kartoffeln
1 dicke Möhre
1 viertel Sellerieknolle
1 dünne Stange Lauch
1 Zwiebel
Salz
Pfeffer
Gemüsebrühe
Butter
Pflanzenöl
4 Wiener Würstchen

Und als Special-Equipment noch ein guter Pürrierstab. Wer keinen besitzt, sollte sich schleunigst einen zulegen. Ich habe mit meinem Braun Multiquick-Pürrierstab nur beste Erfahrungen gemacht, und er ist aus meiner Küche nicht mehr wegzudenken.

Kommen wir nun zu den Details. Es ist wirklich wichtig für diese Suppe mehligkochende Kartoffeln zu nehmen. Natürlich funktioniert das Rezept auch mit festkochenden Kartoffeln, allerdings bekommt die Suppe dadurch beim Pürrieren eine fast schon leimartige Konsistenz. Ist nicht jedermanns Sache.

Wie üblich beginnt die Zubereitung mit einem Berg Schnibbelarbeit. Kartoffeln schälen, in grobe Stücke schneiden und mit kaltem Wasser bedeckt beiseite stellen.

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Möhren, Sellerie, Lauch und Zwiebeln waschen, schälen und ebenfalls in Würfel schneiden. Möhren, Lauch und Sellerie eher grob, die Zwiebeln feiner.

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Die Suppe wird mit Gemüsebrühe aufgegossen. Ich nehme für Suppen gerne eine fertige Brühe. Sicher könnte man das ganze mit einer frisch gekochten Brühe noch besser machen, aber in der Alltagsküche drücke ich da gerne mal ein Auge zu. Man braucht ca. einen Liter Brühe. Die bereite ich schon vor dem Andünsten des Gemüses mit kochendem Wasser in einem Messbecher zu und stelle sie ebenfalls zur Seite.

In einem großen Topf (ca. 5 Liter) erhitze ich Butter und Pflanzenöl (jew. ca. 1 Esslöffel) und dünste darin erst die Zwiebeln und dann das restliche Gemüse an. Es soll nicht wirklich kross gebraten werden, sondern nur angeschwitzt werden.

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Kartoffeln abgiessen und dazugeben. Dann giesse ich das Gemüse mit der Brühe auf und lasse das ganze bei mittlerer Hitze zugedeckt ca 20 bis 25 Minuten köcheln. Das Gemüse sollte von der Brühe knapp bedeckt sein. Wenn der Liter Brühe nicht reicht, kann man mit Wasser nachfüllen. Wenn es zu stark kocht, Herdplatte runter regeln!

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Je nachdem wie fein man das Gemüse geschnitten hat, ist es nach ca. 20 bis 25 Minuten gar. Ich fische jetzt mit einer Schöpfkelle einen Teil des Gemüses aus dem Topf. Dann darf der Pürrierstab zeigen was er kann. Einmal die Suppe kräftig atomisieren, dann kann das vorher rausgefischte Gemüse wieder in den Topf. Ich mag das gerne so, weil man dann immer noch ein bisschen Gemüse erkennt, aber trotzdem eine cremige Suppe hat. Wer möchte kann natürlich die komplette Suppe kurz und klein pürrieren.

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Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Suppe komplett vegetarisch gehalten. Trotzdem esse ich dazu sehr gerne Wiener Würstchen. Die kann man entweder kleinschnibbeln und in der pürrierten Suppe noch ca. 5 Minuten erhitzen, oder man erhitzt die Würstchen separat ca. 10 Minuten in siedenden Wasser. Das geht prima in einem flachen breiten Topf oder sogar in einer Pfanne.

Jetzt muss die Suppe nur noch abgeschmeckt werden. Mit Salz und Pfeffer und gerne auch mit ein bisschen frisch geriebener Muskatnuss.

Es ist angerichtet:

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Viel Spass beim Nachkochen.