Und sonst so? (4)

Stiftung Murkstest klärt auf

Auf meinen Expeditionen durch die Hamburger Innenstadt verschlägt es mich regelmäßig in eine der zahlreichen Buchhandlungen. In einer großen Buchhandlung, dessen Namen ich aus Geheimhaltungsgründen nicht nennen werde (es war die Thalia-Filiale in der Spitaler Straße), kam mir beim Anblick der prallvollen Bücherregale die alles entscheidende Frage in den Sinn: „Verdammte Axt! Wer soll das alles lesen?“

Ich möchte gar nicht wissen, wieviele Bücher ungelesen in irgendwelchen Regalen langsam vor sich hin gammeln. Muss das wirklich sein, oder kann man mit diesen ungelesenen Papierhaufen nicht noch irgendwas sinnvolles anstellen? Gleiches gilt übrigens für ungehörte CDs und ungesehene DVDs und Blu-Rays. Oder eben für bereits konsumierte, aber verschmähte und ungeliebte Bücher, CDs, Filme. Fehlkäufe eben!

Die gute Nachricht: Man kann! Und dank dieser mehr oder weniger konstruierten Überleitung sind wir schon beim eigentlich Thema für diese Woche: Online-Eintausch von alten Büchern, CDs und Filmen

Ich benutze selber zwei Webseiten, um alte Unterhaltungsmedien gegen Bares einzutauschen. Nämlich Amazon Trade-In und Momox. Natürlich gibt es noch Rebuy (die mit der abgedrehten Fernsehwerbung). Aber mit denen konnte ich noch keine Erfahrungen sammeln. Das tolle an diesen Eintauschseiten ist, das man im Gegensatz zu Ebay & Co einen garantierten (aber sich ständig ändernden) Eintauschpreis bekommt. Natürlich immer nur dann, wenn der Artikel auch wirklich zum Eintausch freigegeben ist!

Amazon Trade-In und Momox funktionieren auf ganz ähnliche Art und Weise: Zuerst durchwühlt man seine Regale nach Büchern oder Filmen oder CDs, die man garantiert niiiiie wieder ansieht/anhört. Ich empfehle aber auch wirklich nur die Artikel einzutauschen, bei denen man sich zu 100 Prozent sicher ist, dass man das Teil loswerden will.

Dann benötigt man die ISBN oder den Barcode des Artikels. Die findet man in der Regel auf der Rückseite. Den muss man in ein Suchfeld eintippen, und nach dem Artikel suchen. Bei Amazon öffnet man nun die Artikelseite und findet dort den Eintauschwert (immer vorausgesetzt das ein Eintausch möglich ist) auf der rechten Seite neben dem Artikel. Bei Momox wird der Eintauschwert direkt angezeigt.

Das funktioniert bei beiden Webseiten sogar ohne das man sich registrieren oder einloggen muss! Sehr praktisch.

Entscheidet man sich dazu, sich von dem/den ungelieben Artikel(n) zu trennen, muss man sich einloggen, und kann den Artikel per Mausklick auf seine Eintauschliste befördern. Dabei muss man noch angeben, in welchem Zustand sich der Artikel befindet. Gebraucht oder neuwertig? Dann kann man sich entscheiden, ob man weitere Artikel hinzufügen möchte, oder ob man den Eintausch abschließen will. Kleine Einschränkung bei Amazon: Man kann keine Musik-CDs eintauschen. Hörbücher (auf CDs) hingegen schon. Bei Momox kann man den Eintausch übrigens erst ab einem Mindest-Ankaufswert von 10 EUR abschliessen!

Wenn man alle Artikel auf die Liste gesetzt hat, kann man den Eintausch abschließen und einen Paketaufkleber sowie einen Packzettel ausdrucken. Der Versand ist bei Amazon und Momox kostenlos.

Als nächstes sucht man sich einen geeigneten Versandkarton, stopft alle Artikel sowie den Packzettel in den Karton, drückt zerknülltes Zeitungspapier in die Lücken, klebt das ganze möglichst fest zu, und beklebt das Päckchen noch mit dem Paketaufkleber. Ab zur Post damit und den freundlichen Postangestellten in die Hand gedrückt. Das war es tatsächlich schon. Ein paar Tage später bekommt man dann das Geld für den Eintausch. Bei Amazon wird die Summe auf einem speziellen Eintauschkonto gutgeschrieben, daß dann bei späteren Einkäufen belastet wird. Momox überweist die Eintauschsumme direkt auf ein vorher vereinbartes Bankkonto.

Im Großen und Ganzen funktioniert das bei beiden Plattformen sehr ähnlich und vor allem sehr einfach und unkompliziert. Das schwierigste an der ganzen Aktion ist in der Regel das auftreiben von geeigneten Versandkartons (Mein Tipp: Einfach mal bei der Post nach gebrauchten Kartons fragen!).

Jetzt aber zur alles entscheidenden Frage: Wieviel springt für mich dabei heraus?

Gute Frage. Antwort: Das hängt davon ab wie alt und wie begehrt der Artikel ist.

Ältere Bücher, CDs und Filme bringen leider nicht viel ein. Teilweise nicht mehr als 10 bis 20 Cent! Da muss man sich schon sehr genau überlegen ob man sich von dem Artikel trennen will. Aber es gibt Ausnahmen. Neuere Filme können durchaus noch einige Euros einbringen. Und einige ältere Bücher erstaunlicherweise auch. So erhält man bei Amazon Trade-In für Jamie Oliver-Kochbücher teilweise noch bis zu 13,- EUR. Auch wenn das Ausnahmen sind, kann man aber durchaus Glück haben. Es kommt aber leider auch oft vor, dass Artikel gar nicht mehr eingetauscht werden können. Z.B. sehr alte Bücher.

Anhand von zwei Beispielen will ich zeigen, wie man noch einiges an EUR wieder zurück in die Geldbörse holen kann.

Die Godzilla-Neuverfilmung aus dem Vorjahr wurde an vielen Stellen hoch gelobt. Wenn man aber (wie ich) von dem Film eher enttäuscht ist, kann man ihn entweder im Regal verschimmeln lassen oder gleich wieder einttauschen. Folgende Eintauschsumme könnte man heute (22.01.2015) dafür bekommen:

3,85 EUR bei Momox
3,75 EUR bei Amazon

Das Kochbuch „Alles was wir mögen“ von Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer bringt sogar noch mehr ein:

7,02 EUR bei Momox
7,45 EUR bei Amazon

Wie man sieht unterscheiden sich die beiden nicht besonders. Diese hohen Preise sind zwar Ausnahmen, aber es gibt sie immer wieder! Man muss vor allem aufpassen, dass man beim Eintauschen nicht zu gierig wird und sich von Dingen trennt die man eigentlich gar nicht loswerden wollte. Da ist Selbstbeherrschung angesagt.

Fazit: Bei beiden Eintauschplattformen kann man sich unkompliziert von seinen ungeliebten Büchern, CDs und Filmen trennen. Der Eintauschvorgang, für den man bei beiden Plattformen registriert und angemeldet sein muss, ist sehr umkopliziert und einfach. Am Ende ist es Geschmackssache, ob man das Geld lieber auf dem Bankkonto (Momox) oder auf einem speziellen Eintauschkonto (Amazon) haben möchte. Wenn man sowieso gerne bei Amazon bestellt, ist es sehr angenehm die folgenden Einkäufe durch seine vorherigen Eintäusche zu bezahlen. Und wie ich schon sagte: Das schwierigste am Eintauschprozess ist das Auftreiben eines geeigneten Versandkartons.

Wo Licht ist, ist aber immer auch ein wenig Schatten. Amazon tauscht keine Musik-CDs ein, und bei Momox gibt es einen Mindest-Ankaufswert von 10 Euro.

Als Gesamtergebnis komme ich trotzdem auf ein klares Unentschieden.

Und sonst so?

Pegida ist zur Zeit das große Thema in allen Medien. Torsten Sträter hat sich dem Thema in seiner unvergleichlichen Art gewidmet.

Und sonst so?
Muss ja.

2 Kommentare

  1. Schöner Tipp. Ich würde mir bei 20 Cent Tauschwert aber nicht überlegen ob ich mich von dem Teil wirklich trennen will – das sollte ich ja vorher schon getan haben – sondern ob ich mir die Mühe mache, das Objekt fachmännisch zu verpacken und zu verschicken. Den Paketaufkleber gibt’s doch sicher auch nicht für lau, oder?
    Wenn man alte Fime einfach loswerden will und doch denkt, dass sie zu schade für den Müll sind, kann man sie oft auch bei Büchereien (z.B. den Hamburger Bücherhallen) abgeben.

  2. Hallo Detlev,

    der Paketaufkleber, also der Versand, ist wirklich kostenlos! Man muss sich nur selber um die Verpackung kümmern.

    20 Cent Tauschwert (oder weniger) ist in der Tat nicht besonders üppig. Deshalb empfehle ich auch, wirklich nur die Artikel einzutauschen, die man wirklich loswerden will.

    Natürlich gibt es auch Menschen die solche Dinge gar nicht erst kaufen… aber zu denen zähle ich leider nicht.

    Gruss
    Ingo

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